Reiseberichte
Giftun Azur Resort: Hurghadas ältestes Hotel mit schönem Strand

Neun Tage Hurghada im Juli 2024, diesmal im Giftun Azur Resort. Das Hotel hat nur drei Sterne und alte Bungalows, dafür einen Traumstrand und herzliches Personal. Zu den Geburtstagen der Mädchen ging es mit dem Speedboot nach Magawish Island.
Nach zwei Urlauben im Pharaoh Azur wollten wir 2024 etwas Neues ausprobieren, aber in Hurghada bleiben. Wir haben uns für das Giftun Azur Resort entschieden, das älteste Hotel der Stadt mit nur drei Sternen. In den Hotelgruppen auf Facebook hatten wir uns vorher umgehört, und dort haben fast alle Gutes über das Giftun erzählt. Also haben wir gebucht, um es uns selbst anzusehen.
Anreise mit der S-Bahn
Von Mülheim aus sind wir schnell in Düsseldorf, also sind wir ganz entspannt mit der S-Bahn zum Flughafen gefahren. Geflogen sind wir mit Condor, und der Flug war angenehm. Der Online-Check-in vorab war einfach. Sitzplätze kosten bei Condor extra, die haben wir uns diesmal gegönnt.
In Hurghada stand dann der übliche Einreisekram an, Visum kaufen und Schlange stehen. Daran sind wir inzwischen gewöhnt, und es ging relativ schnell. Vom Flughafen zum Hotel sind es nur fünf Minuten. Kaum saßen wir im Transferbus, durften wir schon wieder aussteigen.
Der erste Eindruck
Von außen wirkt das Giftun ziemlich unscheinbar. Es liegt direkt an einer Hauptstraße, eine lange Auffahrt wie bei den großen Resorts gibt es nicht. Hinter dem Eingang liegt dann eine sehr große Anlage, gepflegt und sauber. Mit etwas Glück siehst du dort sogar besondere Vögel herumspazieren, zum Beispiel den Wiedehopf.
Der Strand
Der Strand hat uns sofort begeistert. Der Sand ist weich und hell, und das Meer fällt so flach ab, dass du den ganzen Tag im Wasser liegen kannst. Das Wasser war badewannenwarm und jeden Tag sauber.
Ich war jeden Morgen schon gegen 7 Uhr am Strand. Um die Zeit waren Mitarbeiter des Hotels im Wasser unterwegs und haben mit Haken die Algen rausgeholt, so blieb der Strand jeden Tag sauber. Rettungsschwimmer waren am Strand und am Pool immer da, und wir haben uns gut aufgehoben gefühlt. Vom Bootssteg in der Nähe legen Ausflugs- und Tauchboote ab, das hat uns nicht gestört.
Ganz selten trieben winzige, fast durchsichtige Quallen vorbei, nicht größer als ein Daumen. Gemerkt haben wir davon so gut wie nichts.
Wir haben eigendlich jeden Tag am Strand verbracht und im Meer gechillt. Nur an zwei Nachmittagen sind wir an den Pool gegangen, weil Luana dort unbedingt tauchen wollte.
Essen und Trinken
Das Frühstück war eher so lala. Umso besser hat uns das Mittagessen im Beach-Restaurant direkt am Strand geschmeckt, und auch das Abendessen war super, mit großer Auswahl. Oft war es ziemlich voll, überfüllt aber nie. In den Restaurants gibt es freie Platzwahl. Wenn du früh genug kommst, bekommst du einen vernünftigen Tisch.
Begeistert hat uns der Getränkeservice am Strand. Schon am frühen Morgen gab es Kaffee und kalte Getränke mit und ohne Alkohol. Die normalen Getränke inklusive Alkohol und die Standard-Cocktails waren im All Inclusive enthalten. Für besondere Cocktails haben wir 1 Euro pro Glas dazugezahlt, das fanden wir völlig in Ordnung.
Gestört haben uns Gäste in Badekleidung am Buffet. Lecker und hygienisch ist das nicht, aber das gibt es wohl in jedem All-Inclusive-Hotel. Das Personal hat sich in solchen Fällen sofort darum gekümmert.
Unser Bungalow
Das Giftun hat auch normale Zimmer, wir hatten aber einen kleinen Reihenbungalow. Dem merkt man das Alter des Hotels an. Zum Schlafen und Duschen hat er uns gereicht, beschweren konnten wir uns nicht. Die Minibar hat der Roomboy auf Wunsch gefüllt, spätestens am nächsten Tag standen die Getränke da.
Im Hotel leben sehr viele Katzen. Einmal hatte eins der Kinder die Tür nicht richtig zugemacht, und prompt lag eine Katze im kühlen Bett. Nicht so prickelnd, aber verhindern lässt sich das kaum.
Personal und Service
Ob Rezeption, Roomboys und Roomgirls oder das Team am Strand und im Restaurant, alle waren freundlich und haben sich Mühe gegeben. Wenn wir etwas anders haben wollten sind wir zur Rezeption gegangen, und dort haben sie es sofort gelöst. Probleme hatten wir keine.
Animation und Abende
Für Kinder gab es tagsüber eine tolle Animation mit übergroßen Kostümfiguren wie Super Mario und SpongeBob, die am Pool und auch mal am Strand unterwegs waren. Für die Größeren gab es Beachvolleyball und einmal pro Woche eine Schaumparty am Strand. Wer wollte, fand eigentlich immer etwas zu tun.
Die Abendanimation fand oft drinnen in einer Art Theater statt, wo man aufgereiht sitzt und zuschaut. Das hatte wenig Atmosphäre, und auch die tägliche Kinderdisco war teilweise drinnen. Wir haben uns nach dem Essen lieber an die Bar gesetzt. Dort traten meistens Sängerinnen und Sänger auf, gute und weniger gute.
Leonie ist an einem Abend mit den Animateuren in einen Club außerhalb gefahren, in den das Team nach Feierabend zum Tanzen geht und Gäste mitnimmt. Die Animateure haben uns zugesagt, auf die Gäste aufzupassen und sie zurückzubringen. Gegen zwei Uhr nachts war Leonie wieder da.
Rastalocken für Sissy
Sissy hat sich im Hotel Rastalocken flechten lassen. Angekündigt waren etwa zwei Stunden, am Ende war sie den ganzen Nachmittag weg und kam mit einem Kopf voller Rastalocken zurück. Das war sehr ungewohnt, und die Haare waren wohl ziemlich schwer. Nach dem Urlaub hat sie die Locken wieder entfernt.
Mit dem Speedboot nach Magawish Island
Zu den Geburtstagen von Leonie und Luana haben wir uns etwas Besonderes gegönnt, eine private Tour mit eigenem Speedboot und Fahrer für 180 Euro.
Delfine im Touristenrummel
Der erste Halt war ein Gebiet, in dem oft Delfine sind. Schön war das nicht. Kaum waren wir da, kamen zwanzig, dreißig weitere Boote dazu, teils große Schiffe voller Touristen. Die haben die Delfine eingekesselt und für Fotos regelrecht gejagt. Das brauchen wir nicht noch einmal.
Hüfttief im offenen Meer
Danach ging es zu einer Stelle etwa zwei Kilometer vor der Küste, an der man mitten im Meer bis zur Hüfte im Wasser steht. das war ein tolles Gefühl. Sissy blieb an Bord, weil sie mit ihrem verletzten Bein nicht wieder über die Leiter ins Boot gekommen wäre, und für Luana war es dort zu tief.
Magawish Island
Auf Magawish Island haben wir in Ruhe gechillt und geschnorchelt. Nah an der Küste war die Unterwasserwelt wunderschön, mit vielen bunten Fischen, Korallen und sogar Schildkröten. Weiter draußen fällt der Grund steil ab und es wird dunkelblau, da schwimme ich persönlich nicht gern. Auf der Insel sind ein paar schöne Fotos von uns allen entstanden.
In den Buchten, die für Besucher und Boote gesperrt sind, liegt viel angeschwemmter Plastikmüll. Das sah übel aus und hat uns nachdenklich gemacht.
Auf der Insel waren wir weitgehend uns selbst überlassen. Als wir genug hatten, haben wir unseren Kapitän gesucht und ihm gesagt, dass wir weiterfahren möchten.
Geburtstagstorte auf dem Rückweg
Auf dem Rückweg hielten wir an einem Riff, wo Sissy und Leonie im offenen Meer schwimmen gingen. Das war nicht ganz der Bringer. Danach holte die Crew eine Schokoladen-Sahne-Torte aus dem Kühlfach, als Geburtstagstorte für die beiden. Unser junger Kapitän spielte dazu „Happy Birthday“ in Dauerschleife, bestimmt 40- oder 50-mal, bis wir ihn gebeten haben, es auszumachen. Unterwegs sahen wir noch eine riesige Wasserschildkröte, und Luana durfte einmal das Steuer übernehmen. Am Nachmittag waren wir ziemlich kaputt zurück im Hotel, mit vielen schönen Eindrücken.
Außerhalb des Hotels und Rückreise
Vor die Tür sind wir in diesem Urlaub nur einmal kurz gegangen. Vor dem Giftun ist viel los, es gibt viele Geschäfte, aber auf Spaziergänge außerhalb der Anlage hatten wir keine große Lust. Das haben wir ein Jahr später nachgeholt.
Die Rückreise war so entspannt wie die Hinreise. Nach ein paar Minuten Transfer zum Flughafen ging es ohne Stress durch Check-in und Sicherheitskontrolle, und am späten Abend sind wir zufrieden in Düsseldorf gelandet.
Unser Hotel · Hurghada
Unsere Bewertung
- Aufenthalt
- Juli 2024, 9 Nächte
- Zimmer
- Reihenbungalow
- Verpflegung
- All Inclusive
- Gebucht als
- Pauschalreise
Das hat uns gefallen
- Sehr schöner Strand mit weichem Sand und flach abfallendem Meer
- Strand und Wasser jeden Tag sauber
- Getränkeservice am Strand ab dem frühen Morgen
- Sehr gutes Mittagessen im Beach-Restaurant, gutes Abendessen
- Freundliches Personal, Probleme sofort gelöst
- Kinderanimation und Schaumparty am Strand
- Rote Fähnchen halten die Strandverkäufer fern
- Nur fünf Minuten Transfer vom Flughafen
Weniger gut
- Bungalows in die Jahre gekommen
- Frühstück eher mittelmäßig
- Abendanimation oft drinnen
- Viele Katzen auf der Anlage, Tür immer gut schließen
- Besondere Cocktails nur gegen Aufpreis (1 Euro)
Unser Fazit
Das Giftun ist kein Luxushotel, und die Bungalows haben ihre besten Jahre hinter sich. Strand, Service und Atmosphäre haben uns aber mehr überzeugt als das Pharaoh Azur im Jahr davor.
Unser Fazit
Mit dieser Bewertung hatten wir bei einem Drei-Sterne-Hotel nicht gerechnet. Insgesamt waren wir zufriedener als im Jahr davor im Pharaoh Azur. Dass es trotzdem nur 6,5 von 10 Sternen werden, liegt an den Zimmern und Bungalows, die sehr in die Jahre gekommen sind. Der Strand hat vieles wieder gutgemacht. Wenn ihr einen schönen, kinderfreundlichen Strand und herzlichen Service sucht und beim Zimmer Abstriche machen könnt, seid ihr im Giftun Azur gut aufgehoben.
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